Meeresmuseum,
Stralsund
Deutsches Meeresmuseum Stralsund

Balance von Bestand und Weiterbau

Mit der Sanierung und Erweiterung des Meeresmuseum wurde das über Jahrhunderte gewachsene Ensemble im Katharinenkloster zu einem zeitgemäßen Museumsbau transformiert im sensiblen Kontext des UNESCO-Welterbes. Für den differenzierten Umgang mit der historischen Substanz wurde Reichel Schlaier Architekten (Stuttgart) mit dem Bernhard Remmers Award 2026 in der Kategorie „Baudenkmalpflege“ ausgezeichnet.

Das Deutsche Meeresmuseum zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Norddeutschlands. Als eines der meistbesuchten Museen der Region vermittelt es die Vielfalt mariner Lebensräume von wissenschaftlich kuratierten Ausstellungen bis zu großformatigen Aquarienanlagen. Der älteste Museumsstandort Meeresmuseum ist seit Jahrzehnten im historischen Katharinenkloster von Stralsund verortet. Die Anlage wurde über Jahrhunderte hinweg erweitert, überformt und unterschiedlich genutzt. Entsprechend vielschichtig, aber auch funktional und räumlich zunehmend unübersichtlich zeigte sich der Bestand.

Deutsches Meeresmuseum Stralsund ©

Referenzkenndaten

Baumaßnahme: Abdichtung, Holzschutz

Objekttyp: Museum, Historisch geschützte / historisch wertvolle Gebäude

Bauherr: Stiftung Deutsches Meeresmuseum, Stralsund

Architekt: Reichel Schlaier Architekten GmbH, Stuttgart

Ausschreibung/ Bauleitung (LP 6-8): mo Architekten Ingenieure, Hamburg

Verarbeiter: Saket Bauwerkserhaltung GmbH, Schönenwalde

Objektadresse: Stralsund

Datum / Fertigstellung: 2025

Komplexer Bestand
in neuer Ordnung

Die enge Verzahnung von Ausstellung und Aquarienbetrieb stellte dabei besondere Anforderungen an die räumliche Organisation und technische Infrastruktur. Ziel der Planung war es daher, den Komplex neu zu strukturieren und zugleich für einen zeitgemäßen Museumsbetrieb zu ertüchtigen. Historische Raumfolgen wurden freigelegt, Wegebeziehungen geklärt und die verschiedenen Bauphasen wieder nachvollziehbar gemacht. Der Entwurf entwickelt die Gebäude aus dem Bestand heraus. „Aus unserer Sicht lag der Ansatz weniger in einer starken Setzung als vielmehr in einer Haltung gegenüber dem Bestand“, so Architekt Prof. Dipl.-Ing. Peter Schlaier. Entscheidend war die Bewertung der vorhandenen Substanz. Statt pauschaler Eingriffe wurde jedes Bauteil einzeln beurteilt und daraus eine abgestufte Strategie abgeleitet. „Eine wesentliche Frage war, an welchen Stellen Rückbau sinnvoll ist und wo Erhalt Vorrang haben sollte.“

Deutsches Meeresmuseum Stralsund ©

Eingriffe minimieren,
Funktionalität sichern

In der Umsetzung wurde diese Strategie konsequent fortgeführt. Rückbauten legten verdeckte Strukturen frei, während tragfähige Bauteile erhalten und weitergenutzt wurden. Ergänzungen blieben als eigenständige Schicht ablesbar. Die größten Eingriffe ergaben sich aus den Anforderungen der Aquarientechnik. „Gerade im Zusammenhang mit den technischen Anforderungen der Aquarien waren bauliche Änderungen unvermeidbar“, so Prof. Elke Reichel. Ziel war es hier, diese auf das notwendige Maß zu begrenzen. „Wir haben versucht, vorhandene Strukturen soweit möglich weiter zu nutzen auch vor dem Hintergrund, Ressourcen zu schonen.“ Parallel wurden Besucherführung und Barrierefreiheit verbessert. Dabei setzte sich der ressourcenschonende Ansatz auch in der Ausführung fort von der Wiederverwendung vorhandener Materialien bis zur reduzierten Technik.
Deutsches Meeresmuseum Stralsund ©
"„Unser Ansatz basiert auf der Prämisse, nur dort einzugreifen, wo es funktional notwendig ist und möglichst viel vom Bestand zu erhalten und weiterzuverwenden."
- Prof. Elke Reichel, Reichel Schlaier Architekten GmbH
Deutsches Meeresmuseum Stralsund ©

Fachgerechte Bauwerksabdichtung und Oberflächenschutz

Insbesondere die baulichen Eingriffe im Bereich der Aquarien stellten auch erhöhte Anforderungen an Feuchteschutz. Vor diesem Hintergrund kamen abgestimmte Systemlösungen von Remmers zum Einsatz. Im Schildkrötengebäude dichtet die Bauwerksabdichtung MB 2K in Kombination mit dem Dichtband VF Tape den Übergang zwischen Bestandsböden und neuen Betonbecken gegen aufsteigende Feuchte ab, während die Außenabdichtung der erdberühren Bauteile sowohl bei den Bestands- als auch bei den Neubauten mit der Bitumendickbeschichtung BIT 2K [basic] ausgeführt wurde. Beim Holzschutz setzten die Verantwortlichen auf die Versiegelung HWS-112, die in den stark beanspruchten Innenbereichen Handläufe, Treppenstufen und Brüstungen schützt und die natürliche Haptik des Holzes bewahrt.

Deutsches Meeresmuseum Stralsund ©

Haben wir Ihr
Interesse geweckt?

Dann schauen Sie auf der Remmers Architektenplattform vorbei und entdecken Sie mit dem interaktiven Tool "Remmers Stadt" die perfekte Systemlösungen für Ihr Projekt.
Systemfinder_3D_Remmers_Stadt_FINAL ©

Möchten Sie mit uns persönlich Kontakt aufnehmen?

Sie wünschen Beratung zu Ihrem Vorhaben und Systemlösungen aus unserem Sortiment? Wir unterstützen Sie gerne mit unserer Fachkompetenz und projektbezogenen Erfahrungswerten bei der technischen Planung Ihres Projektes.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf!

Architekten-Hotline: 05432 / 83434

E-Mail: info@remmers-fachplanung.de

Roofing_Dachberatung_Architekt ©