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Verarbeitungshinweise für lösemittelbasierte Lacksysteme

So gelingt Ihnen die Anwendung

Allgemeine Verarbeitungshinweise

2-komponentige PUR-Lacke können für viele Anwendungen die richtige Wahl sein, wenn folgende Punkte beachtet werden:

  • Das Mischungsverhältnis und die Topf- / Verarbeitungszeit der PUR Lackgemische ist unbedingt einzuhalten. Die Überschreitung der Verarbeitungszeit im flüssigen Zustand des Lackgemisches muss nicht zwingend durch Gelieren und einen Viskositätsanstieg zu erkennen sein. Ungünstige Parameter bei Luftfeuchtigkeit und Temperaturen haben einen negativen Einfluss auf die Verarbeitungszeit der Mischung und Durchhärtung der Lackschicht.
  • Das Mischungsverhältnis ist bei Remmers PUR-Lacken in Volumenteilen angegeben, daher empfiehlt sich die Verwendung des 2K Mischbechersets (Art.-Nr. 4270 – 4273).
  • Eine sorgfältige Vermischung vor der Verarbeitung beider Komponenten, sowie ggf. Verdünnung, ist für eine gute Beständigkeit und gleichmäßige Optik der lackierten Flächen wichtig. Dies kann durch Verwendung des Remmers-Patent-Disperses (Art.-Nr. 474701 / 474702) gewährleistet werden.
  • Gebinde stets gut verschlossen halten. PUR-Härter reagieren mit Luftfeuchtigkeit.
  • Remmers PUR-Lacke sollten nur mit den empfohlenen Verdünnungen vermischt werden. Durch Verwendung von unreinen Verdünnungen kann der PUR-Härter den Lackfilm nicht ausreichend vernetzen.
  • Wasser und Umnetzer UN-894, z. B. als Reinigungsmittelreste in Spritzgeräten, dürfen nicht mit PUR Lacken in Verbindung kommen. Die Spritzgeräte sind mit Waschverdünnung WV-891 zu reinigen.
  • Gebleichte Hölzer sollten vor der Lackierung mindestens 48 Stunden trocknen. Auf diesen Flächen dürfen nur die Remmers PUR-Lacksysteme, die mit dem Härter PUR H-280 verarbeitet werden, eingesetzt werden.
  • PUR-Lacke sind im ausgehärteten Zustand nonreversibel, sie lassen sich nicht durch kurzfristige Einwirkung des eigenen Lösemittels anlösen. Die Zeitspanne, in der ein Lack ohne Zwischenschliff ablackiert werden darf, orientiert sich an der Angabe der Trockenzeit im jeweiligen technischen Merkblatt. Nach Überschreitung der Trockenzeit sollten PUR-Lacke immer frisch angeschliffen und entstaubt werden.
  • Die Mindesttemperatur während der Trocknungs- und Aushärtungphase liegt bei 18 °C für eine Zeit von mindestens 48 Stunden um eine optimale Vernetzung und geringe Restemmisionen zu erhalten. Dies ist besonders bei höher vernetzenden PUR-Lacksystemen im Mischungsverhältnis von 5:1, 4:1, usw. wichtig.
  • Der Einsatz eines Lacksystems mit geringeren Lösemittelanteilen, wie z. B. Remmers Aqua-Lacke, sollte grundsätzlich in Erwägung gezogen werden. Dies gilt vor allem für Bauteile, die der Decopaint-Richtlinie (ChemVOCFarbV) unterliegen.