Canitz
Neue Mitte statt Ruine:
Transformation zu einem Ort für Gemeinschaft und Begegnung
Referenzkenndaten
Baumaßnahme: Holzschutz
Objekttyp: Kirche, Historisch geschützte / historisch wertvolle Gebäude
Bauherr: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Oschatzer Land
Architekt: Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten mbH, Dresden
Zimmerer: Baubetrieb Voigtländer GmbH, Oschatz
Objektadresse: Canitz
Datum / Fertigstellung: 2022
Herausforderung:
Bestand ohne Perspektive
Reparieren und Weiterbauen
„Viel Spielraum bestand nicht. Der Entwurf musste aus dem Zustand des gesicherten Rohbaus heraus entwickelt werden.“
- Conrad Lohmann, Peter Zirkel GvA mbH
Reduktion von Materialien und höchste Präzision
Auch in der Realisierung spiegelt sich das Konzept der zurückhaltenden Ergänzung wider. Der Bestand wurde mit wenigen Materialien instandgesetzt: Wände erhielten mehrlagige Kalkputze, vorhandene Sandsteinplatten wurden – wo möglich – gesichert und in das neue Raumgefüge integriert. Auch der Boden wurde sensibel saniert. Die neuen Einbauten im Innenraum führen diese Haltung fort. Fenster, Türen, Möblierung und Orgelempore wurden konsequent in Holz ausgeführt und einheitlich gestaltet. Innen hell lasierend, außen in einem metallisch schimmernden Grauton behandelt, bleiben sie als zeitgenössische Ergänzungen erkennbar, ohne den Bestand zu überlagern. Die Orgelempore als prägendes Element der Innenraumgestaltung wurde mit festkörperreichen Holzveredelung HSO-118 High-Solid-Öl [eco] beschichtet. Dadurch entstehen widerstandsfähige und langlebige Holzoberflächen, die das reduzierte Materialkonzept konsequent fortführen.
So ist in Canitz aus der ehemaligen Ruine ein vielseitig nutzbarer Ort entstanden. Kirchenraum und Freihof greifen ineinander und ermöglichen sowohl sakrale als auch gemeinschaftliche Nutzungen. Der Bau ist damit wieder im Alltag des Dorfes verankert – nicht als Rekonstruktion, sondern als Weiterentwicklung.
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